Aktion – Eine Kerze gegen Rechts

Mit dem heutigen Tag starte ich meine ganz persönliche Aktion “Eine Kerze gegen Rechts”.

Ich starte diese Aktion aus persönlichem Antrieb und als Protest gegen das, was seit einigen Wochen direkt vor meiner Haustür geschieht.

Ich wohne in Marzahn-Hellersdorf. Man kann dort wohnen, wie überall in der Stadt. Das ist weder etwas Besonderes noch etwas Verwerfliches.

Seit nunmehr mehreren Wochen finden dort Demonstrationen gegen den Bau eines Flüchtlingsheims statt.

Schon alleine diese Tatsache ärgert mich maßlos. Was ist das für eine Einstellung von Menschen, die in einer Demokratie leben?

Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind und aus Kriegsgebieten flüchten mussten, benötigen unsere Hilfe. Uns geht es doch gut.

Aber bitte nicht in der Nachbarschaft? Solche Äußerungen machen mich sauer.

Was mich aufregt ist, dass diese Demonstranten sich als “besorgte Anwohner” ausgeben und damit alle Anwohner in der Gegend in die gleiche Ecke schieben.

Ich lasse mich von diesen Demonstranten nicht instrumentalisieren.

Allein die Parolen, die auf Plakaten stehen und gerufen werden haben nichts mit Besorgnis zu tun. Diese Parolen sind eindeutig rechts und radikal. Und die Demonstranten gewaltbereit.

Das macht mich echt wütend.

Liebe Nachbarn, wacht auf und schaut hin, was vor unserer Tür passiert.

Demnächst fliegen Steine oder es geschieht Schlimmes. Das macht mich besorgt und macht mir Angst.

Was mich allerdings ebenfalls sauer macht sind die linken Gegendemonstranten. In der Sache unterstütze ich die Proteste gegen Rechts.

Ich unterstütze jedoch nicht die Art und Weise dieser Demonstranten, die ebenfalls radikal und mit hohem Gewaltpotential durch die Straßen ziehen.

Auch diese Demonstranten stecken alle in eine Schublade. Nur weil ich in einem Plattenbau wohne, heißt das noch lange nicht, dass ich rechte Parolen unterstütze.

Ich lasse mich weder von der einen radikalen Seite noch von der anderen radikalen Seite instrumentalisieren. Ich verabscheue Radikalität und Gewalt.

Ich bin mit Sicherheit nicht frei von Vorurteilen, aber ich versuche mich ihnen zu stellen und offen zu bleiben für Neues. Wo kommen wir denn hin, wenn wir Menschen ausgrenzen, deren Nase uns nicht passt?

Und wovor bitte schön haben diese sogenannten „besorgten Anwohner“ Angst? Vor dem sprichwörtlichen „schwarzen Mann“? Der „gute Onkel“ aus der Nachbarschaft ist in der Regel weitaus gefährlicher.

Ich bin besorgt über rechte Parolen, die durch sogenannte „besorgten Anwohner“ getarnt und verbreitet werden.

So ähnlich hat es vor gut 80 Jahren schon einmal in Deutschland begonnen.

Aus diesem Grund zeige ich auf meine ganz eigene Art und Weise, dass ich die Geschehnisse vor meiner Haustür in keinster Weise unterstütze.

Ab heute steht auf meinem Balkon, für alle sichtbar, eine Kerze. Eine Kerze gegen Rechts. Diese Kerze ist ein friedlicher Protest gegen Rechts und steht für Toleranz.

Sollte der ein oder andere meine Meinung teilen oder ähnliche Ansichten haben und sich meiner ganz kleinen und stillen Aktion anschließen wollen, dann freut mich das.

Wenn ich irgendwo in den kommenden Tagen Kerzen in Fenstern oder auf Balkonen sehe, die nicht Teil der Weihnachtsbeleuchtung sind, dann ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass es Menschen gibt, die wie ich, nicht auf die Straße gehen wollen, aber ein Zeichen setzen wollen.

Eine Kerze gegen Rechts als Zeichen für Toleranz.

Wer mag, kann mir ja ein Foto senden, einen Kommentar erstellen oder die Aktion in der sozialen Netzwerken teilen. #einekerzegegenrechts

2 thoughts on “Aktion – Eine Kerze gegen Rechts

    • Hey, das ist toll. Es stehen jetzt schon ein paar in ganz Deutschland verteilt. Ich freu mich sehr über jede einzelne Kerze, weil es im Stillen zeigt, dass wir anders denken als auf den Straßen gegrölt wird.

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